15.04.2021

Zerreißprobe im 3D-Druck

Maximilian Schüle testet 3D-gedruckte Formteile auf Biegen und Brechen - jetzt erhält er dafür den Otto-Johannsen-Preis

Produkte aus dem 3D-Drucker vor und nach der Torsionsprobe

Die beiden 3D-Drucker der Fakultät Technik hatten kaum eine Ruhepause während Maximilian Schüle an seiner Bachelor-Thesis tüftelte. Der Maschinenbaustudent hat hunderte von 3D-Objekten (s. Bilder-Galerie unten) ausgedruckt, nur um sie danach regelrecht zu zerreißen. Vereinfacht gesagt - er hat sie so lange verdreht, bis sie auseinandergerissen sind. Torsionsprobe nennt sich das Verfahren, mit dem u. a. die Stabilität geprüft wird. Anhand dieser Torsionsproben hat Maximilian getestet, welche Einstellungen am 3D-Drucker - Drucktemperatur, -geschwindigkeit und Kühlung - die formstabilsten Objekte liefern. Für seine detaillierten Testreihen und die daraus resultierende Anleitung für 3D-Drucker erhält Maximilian Schüle jetzt den Otto-Johannsen-Preis von Campus Reutlingen. Der Preis ist dotiert mit 500 Euro.

Studierende der Fakultät Technik, aber auch die Community der (privaten) 3D-Drucker können bald von Maximilians Thesis profitieren. Anhand seiner Untersuchungen hat er einen Leitfaden erstellt, mit dem 3D-Drucker für die jeweils gewünschten Ergebnisse perfekt voreingestellt werden können. Dafür packt Maximilian gleich Druckvorgaben für Test-Formteile dazu, mit denen die individuell passenden Einstellungen ermittelt werden können.

Die Auswahl-Jury für den Otto-Johannsen-Preis hat Maximilian Schüle für seine akribische Kleinarbeit gelobt: "Herr Schüle hat in seiner Thesis außerordentlich engagiert großes praktisches Fachwissen und immensen Einsatz gezeigt. In hunderten von Einzelversuchen hat er die angenommenen Zusammenhänge mit Messdaten unterstützt." Der Maschinenbau-Student bleibt weiterhin an der Fakultät Technik und hat inzwischen mit seinem Master-Studium begonnen. Und er hofft, dass er die anderen 11 Kommiliton*innen in seinem Studiengang auch einmal persönlich außerhalb von Videokonferenzen kennen lernen kann.

Eine Goldmedaille für innovative Abschlussarbeiten gab es in den ersten Jahren zum Otto-Johannsen-Preis dazu. Seit 1980 zeichnet der Förderverein Campus Reutlingen e. V. herausragende Abschlussarbeiten von Studierenden der Hochschule Reutlingen aus. Benannt ist der Preis nach Otto Johannsen (1892 – 1932), dem Direktor des ursprünglichen „Staatlichen Technikums für Textilindustrie“, aus dem die heutige Hochschule Reutlingen entstanden ist. Inzwischen gibt es statt der Goldmedaille Preisgelder, pro Semester sind das 500 Euro für eine ausgezeichnete Bachelor-Thesis und 1.000 Euro für eine Master-Thesis. Eine Jury aus Professorinnen und Professoren aller Hochschul-Fakultäten sowie Mitglieder des Vereinsvorstands von Campus Reutlingen wählt jeweils eine preiswürdige Thesis aus. Die wichtigsten Kriterien: Innovative Ideen mit einem möglichst hohen Praxisbezug sollen erforscht und dazu möglichst neueartige Lösungswege gefunden werden. Mehr Infos zum Otto-Johannsen-Preis sowie zu den Absolvent*innen und ihren preisgekrönten Ideen finden Sie unter Förderprojekte.